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Die Schwäbische Post schrieb in ihrer Ankündigung der Aktion:
ANTIGLOBALISIERUNS-AKTION / Wassertheater in Aalen soll sensibilisieren Nixen kämpfen für das Wasser Das Kalkwerk Neresheim veranstaltet morgen im Aalener Zentrum ein Straßentheater mit dem Titel “Nixen verteidigen das Recht auf Wasser”. VON CLAUSPAUL MUNZ “Unser einmaliges Sonderangebot: Nur 4,99 Euro pro Literflasche Leitungswasser.” Dieses unverschämte und scheinbar so irreale Angebot macht der Konzernchef der Wasserversorgung den Bürgern im Straßentheater des Kalkwerks Neresheim. Soeben hat die schwäbische Hausfrau wie gewohnt zuhause ihren Wasserhahn aufgedreht, doch anstelle des kühlen Nasses kommt schlicht nichts aus der Leitung. Also greift sie zum Telefonhörer, um sich bei der Wasserversorgung nach den Ursachen zu erkundigen. Ihr wird mitgeteilt, dass die ehemals staatliche Wasserversorgung nun privatisiert sei, und er, der neue Konzernchef, selbstverständlich Gewinn orientiert denken müsse. Was nach einem utopischen Horrorszenario klingt, sei schon bald gar nicht so abwegig, meint Ingeborg Muff-Bongers von der Aktionsgruppe “Globalisierungswahn” des Kalkwerkes Neresheim: “Die Egauquellen, von denen auch Aalener ihr Wasser beziehen, sind bereits teilweise in privater Hand. Anteile gehören einer französischen Aktiengesellschaft.” Möglich mache dies das “Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen”, kurz “GATS”; ein Vertrag unter Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation WTO. Demnach müssten ab 2005 sämtliche staatlichen Dienstleistungen, wie das Gesundheitswesen oder eben die Wasserversorgung vollständig freigegeben werden. “Die Behauptung, dass Privatisierung alles billiger mache, stimmt nicht”, meint Volkmar Wieland vom mitorganisierenden “Aalener Bündnis für den Frieden”. “Das Gegenteil ist der Fall!” Ingeborg Muff-Bongers versteht, dass sich die Bürger wenig mit der Thematik beschäftigen, schließlich sei die Materie kompliziert, doch die Konsequenzen des “GATS” seien verheerend. “Mit dem Straßentheater wollen wir die Aalener emotionalisieren”, sagt sie. Im Theater geht die Geschichte gut aus. Nixen und Wassergeister verteidigen die Freiheit des Wassers. Die Aktion ist morgen ab zeht Uhr an verschiedenen Plätzen in der Aalener Innenstadt geplant, vor dem Rathaus oder am Spritzenhausplatz beispielsweise.
Nach der Nixen-Aktion erschien am 13. Juni in den Aalener Sonntags-Nachrichten dieser Artikel:
Straßentheater Unser Wasser ist frei, keiner darf es besitzen
AALEN (kul) - Unter dem Motto “Nixen verteidigen das Recht auf Wasser” wollten gestern in der Aalener Innenstadt Globalisierungsgegner vor den Gefahren einer weltweiten Privatisierung des Trinkwassers warnen. Bunt geschminkte Nixen, Nöcke und Nymphen zogen in farbenprächtigen Kostümen zur Marktzeit durch die Fußgängerzone. “Wir erheben unsere Stimmen, weil wir überzeugt sind, dass Wasser als Grundlage des Lebens allen Menschen zugänglich sein muss”, begründet Ingeborg Muff-Bongers die Aktion. Gemeinsam mit dem Aalener “Bündnis für den Frieden” initiierte die Vertreterin des Neresheimer “Kalkwerkes” und der dort tätigen Gruppe “Globalisierungswahn” das Straßentheater, das über die Pläne des GATS aufklären soll. (...) GATS-Gegner befürchten den Verlust der demokratischen Kontrolle über lebenswichtige Ressourcen wie Wasser. Bereits im vergangenen Jahr schickte das “Kalkwerk” seine Nixen und Nöcke an den Rhein nach Köln und an die Brenz nach Heidenheim. Heuer waren sie mit ihrem Straßentheater in der Kocherstadt, beabsichtigt zeitgleich mit dem gerade zu Ende gegangenen G8-Gipfel, dessen Teilnehmer sie hinter den GATS-Protagonisten sehen. “Unser Wasser ist frei, niemand darf es besitzen” - nach der Melodie des alten Freiheitsliedes “Die Gedanken sind frei” - wollte das Unterwasservolk den Marktbesuchern sein Anliegen verdeutlichen. (...) Mit einem langen blauen Tuch (als Wassersymbol), Transparenten und Musik zogen Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch die Stadt und spielten ihr Stück für den freien Zugang zum Lebenselixier Wasser. Mit Flugblättern und in Gesprächen bemühten sie sich daneben um Aufklärungsarbeit.
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